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Lerntypen

Was sich konkret hinter welchem Lerntyp verbirgt

Lebenslanges Lernen ist heutzutage längst keine leere Worthülse mehr, sondern vielmehr notwendig, um im Job – aber auch abseits davon – Neues zu entdecken und sich Wissen anzueignen. Gerade in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung ist es wichtig, den Umgang mit neuen Technologien rechtzeitig zu lernen, um dem persönlichen Umfeld nicht hinterherzuhinken.

Die Wege, die im Rahmen von Aus-, aber auch von Fort- und Weiterbildungen beschritten werden, können höchst unterschiedlich ausfallen. Weiterbildungsinstitute wie beispielsweise das Berufsförderungsinstitut (BFI), das österreichweit einen oder mehrere Standort(e) in jedem Bundesland betreibt, diverse universitäre oder anders geartete Lehrgänge oder ein Selbststudium können Möglichkeiten darstellen, neues Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu erlangen. Hinter allem aber steht der Wille zum Lernen und wie man sich persönlich dieser Sache annähert. In der wissenschaftlichen Theorie findet sich dazu der Begriff des Lerntyps.

Der Begriff „Lernen“ ist nicht einfach zu fassen

Grob unterschieden werden kann in den vier Ausprägungen „auditiver Lerntyp“, „visueller Lerntyp“, „motorischer Lerntyp“ und „kommunikativer Lerntyp“. Doch zuvor erscheint es wichtig, sich zunächst einmal dem Begriff des „Lernen“ selbst anzunehmen. Das Wort „Lernen“ ist auf die gotische Bezeichnung für „ich weiß“ (lais) und das indogermanische Wort für „gehen“ (lis) zurückzuführen. Im abendländischen Kulturkreis haben sich bereits sehr frühzeitig zwei unterschiedliche Auffassungen des Begriffs ausgebildet. Platon verbindet Lernen mit der Wiedererinnerung, und zwar der Ideen, welche die Seele schon immer in sich trägt und die anlässlich konkreter Sinneseindrücke reaktiviert werden. Aristoteles hingegen sieht in der Seele eine „tabula rasa“ (eine leere Tafel), auf die Sinneseindrücke eingetragen werden. Somit bedeutet für den griechischen Philosophen Lernen die Aufnahme und Speicherung von Sinnesdaten. Andere gängige Definitionen für den Begriff „Lernen“ sind „das Aneignen von Wissen und Kenntnissen bzw. das Einprägen in das Gedächtnis“, „hypothetische Prozesse, die den Verhaltensänderungen durch Erfahrung entsprechen“ oder „der Erwerb, die Veränderung oder der Abbau von Erlebens- und Verhaltenswesen durch bestimmte Umwelterfahrungen“. Doch nun genug der philosophischen Abhandlungen, Lernen zielt in diesem Beitrag auf den Erwerb von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten ab und genau dort setzen die unterschiedlichen Lerntypen an.

Die vier Lerntypen im Überblick

Der „auditive Lerntyp“ („audire“ = lateinisch für „hören“) ist in der Lage, gehörte Informationen besonders gut aufzunehmen, zu behalten und wiederzugeben. Im Gegensatz dazu können ihm Bilder oder Diagramme allerdings Schwierigkeiten bereiten. Hörbücher sind für auditive Lerntypen sehr gut geeignet, das Lesen ist meist jedoch mit einer erhöhten Konzentrationsleistung verbunden.

Der „visuelle Lerntyp“ („videre“ = lateinisch für „sehen“) kann sich vor allem dann Neues besonders gut aneignen, wenn er Informationen liest oder sich Bilder dazu ansieht. Inhalte, die in Form von Grafiken oder Bildern veranschaulicht werden, kann er dabei am leichtesten verinnerlichen. Hingegen fällt es ihm schwer, bei mündlichen Erklärungen das Gehörte zu verstehen, zu verarbeiten und dann auch zu behalten. Visuelle Lerntypen greifen leidenschaftlich gerne zum gedruckten Wort, haben aber beispielsweise Schwierigkeiten damit, den Inhalten eines Hörbuchs zu folgen.

Der „motorische Lerntyp“ (in der Literatur auch der „haptische“ bzw. der „kinästhetische“ Lerntyp) kann Abläufe am besten dann verstehen, wenn er diese selbst durchführt oder die Durchführung selbst unmittelbar beobachtet. Er muss somit am eigenen Lernprozess direkt beteiligt sein. Landläufig wird dieser Lerntyp mit dem Ausdruck „learning by doing“ („Lernen durch Tun“) in Zusammenhang gebracht. Im Mittelpunkt steht die Sammlung von Erfahrungen, um eigenständig daraus Schlüsse ziehen zu können. Für den motorischen Lerntyp ist es wichtig, den großen Zusammenhang zu verstehen. Im Gegensatz dazu tut er sich manchmal schwer, einzelne Aspekte eines Themas konkret zu fassen.

Der „kommunikative Lerntyp“ lernt vordergründig durch Diskussionen und Gespräche. Für ihn ergeben sich erst im Dialog Zusammenhänge und Bedeutungen. Erklärungen werden entgegengenommen, in Frage gestellt und anschließend wird im Gespräch versucht, eine bessere Lösung zu finden. Der kommunikative Lerntyp hat oftmals Schwierigkeiten damit, alleine zu lernen. In der Regel wird mindestens eine zweite Person gebraucht, welche die Meinung teilt oder ihr widerspricht. Einzelne Aspekte des Lernstoffes kann sich dieser Lerntyp meist aufgrund der benutzten Argumente besser merken. Es geht ihm aber nicht nur darum, Fragen zu stellen, sondern auch Fragen zu beantworten.

Lerntypentests „kratzen“ meist nur an der Oberfläche

Wenn man sich nun also die Frage stellt, welchem Lerntyp ich denn konkret entspreche, dann kann diese meist aus eigener Erfahrung selbst beantwortet werden. Im Internet finden sich aber auch diverse Lerntypentests, deren Aussagekraft allerdings mit Vorsicht zu genießen ist. Abgefragt werden in diesen im Normalfall nur bekannte Lernsituationen, womit die Tests nur an der Oberfläche „kratzen“. Denn in der Regel ist es bereits ausreichend, sich selbst zu betrachten und die Stärken und Schwächen des eigenen Lernverhaltens zu analysieren und dann die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

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